Leine- und Ihmeufer

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Das Leine- und Ihmeufer

Das Leine- und Ihmeufer ist ein langgezogener, schmaler Grünbereich, quer durch das westliche Stadtgebiet von Hannover. Der parkartige Ufergrünstreifen, der sich beidseitig der Ufer von Leine und Ihme entlang zieht ist etwa 5 km lang und hat eine Breite, die zwischen 100 und 200 Meter schwangt. Die Fläche beträgt etwa 0,7 km². Der Ihmepark ist ein wichtiger Bestandteil dieses Ufergrünbereichs. Das „Leine- und Ihmeufer“ beinhaltet aber nicht alle Ufer der Leine, sondern nur den westlichen Teil der Leine. Die Leineufer am Maschsee, in der Innenstadt sowie in der Calenberger Neustadt sind räumlich abgetrennt und nicht Bestandteil dieses Uferparks.

Der Ufergrünstreifen beginnt am Maschsee-Wehr, an dem sich die Leine in zwei Flussarme aufteilt. Ein als „Schneller Graben“ bezeichneter Flussarm zweigt von der Leine nach Westen ab und vereinigt sich schon nach kurzem Weg mit der Ihme, Hannovers zweitem Fluss. Die Ihme verläuft dann mehrere Kilometer weiter nördlich bis zum Leinedreieck. Dort treffen die Ihme und die aus der Innenstadt kommende Leine wieder aufeinander. Der vereinigte Fluss verläuft dann unter dem Namen Leine in einer Linkskurve weiter nach Westen. Am Wehr Herrenhausen endet dieser Grünbereich und dahinter beginnt die Mittlere Leineaue.

hannover-park

Standort Leineaue und Ihmepark im Stadtgebiet Hannover

Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter ODbL


Art der Parkanlage:
Parkartige Flussaue

Fläche:
0,7 km²

Zieladressen:
1. Weddigenufer 30
    30167 Hannover
2. Beuermannstraße
    30169 Hannover

Weitere Bezeichnungen:
Leineaue, Ihmepark

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Das Leine- und Ihmeufer ist vom Maschsee-Wehr bis zum Wehr Herrenhausen durch­gehend für Fußgänger und Radfahrer erschlossen und auf der ganzen Länge beid­seitig begrünt. Einzige Aus­nahme ist das Ufer am Ihmezentrum. Auf den uferbegleitenden Rad- und Gehwegen kann man un­unter­broch­en der parkartigen Grünzone entlang dem Flusslauf folgen. Die Über­querung der Flüsse sowie die Unter­quer­ung der Straßen werden durch eine Viel­zahl an Brücken er­möglicht.

Markant für das Leine- und Ihmeufer sind die vielen Uferwiesen, der alte Baumbestand und die vielerorts bestehende Naturbelassenheit der Auevegetation. Dabei sind die Parkgestaltungen des Menschen mal weniger und mal mehr wahrnehmbar. Zudem ist der Grünstreifen entlang der Leine- und Ihme Über­schwemmungsgebiet, so dass das Uferparkgelände zeitweise bei Hochwasser überflutet und nicht zugänglich ist.

Das Leine- und Ihmeufer ist vor allem in den warmen Jahreszeiten sehr belebt und lockt viele Menschen an. Auf den Rasenflächen wird gegrillt und gepicknickt. Der Uferpark wird nicht nur zum Spazieren gehen, Radfahren und Joggen genutzt, es gibt auch viele Ruderer und Kanufahrer, die auf den Flüssen unterwegs sind.


Überblick und Beschreibung

Am Maschsee-Wehr teilt sich die Leine. Während die Leine gerade durch die Innenstadt fließt, zweigt nach Westen der Schnelle Graben ab, um sich nach 500 Metern mit der Ihme zu vereinigen. Dabei entnimmt er der Leine einen erheblichen Teil des Wassers und verschont die Innenstadt vor Überschwemmungen bei Hochwasser.

Durch den Zufluss des Leinewassers vom Schnellen Graben wird das kleine Flüsschen Ihme zu einem Fluss. Das Flussbett liegt innerhalb eines breiten Flutgrabens und verläuft fast gradlinig nach Norden. An beiden Seiten des Ufers erstreckt sich eine große Freifläche. Die Flussufer sind teilweise dicht bewachsen und nicht überall frei zugänglich. Auf den extensiv gepflegten offenen Wiesenflächen stehen einzelne Bäume, an einigen Stellen auch Baumgruppen mit kleineren Bäumen. Längs des Westufers verlaufen ein Radweg und ein Fußweg, an dem in großen Abständen einzelne Bänke stehen. Das etwas schmalere Ostufer besteht aus einem Ufergrünstreifen und einem Weg ohne Bänke.

Uferweg im Ihmepark
Uferweg im Ihmepark (groß)

Etwa 250 Meter flussabwärts vom Zufluss des Schnellen Graben ermöglicht eine Schrägseilbrücke mit einem Fuß- und Radweg die Querung der Ihme. Die Lodemannbrücke ist eine wichtige Verbindung zwischen Linden-Süd und dem Sportpark. Von der Brücke hat man einen schönen Blick längs der Ihme und man sieht im Hintergrund die Silhouette der HDI-Arena. Weiter flussabwärts steht die Stadionbrücke. Die Brücke befindet sich vor der HDI-Arena und wird auch von Autos befahren.

Hinter der Brücke verläuft die Ihme weiter nach Norden und hat nur einen leichten Knick nach Westen. Nach etwa einem halben Kilometer kommt die nächste Brücke, die Legionsbrücke. Dahinter wird der Uferpark auf der westlichen Seite zunächst etwas breiter. Dort liegt eine größere Wiese auf der zurzeit ein neuer Stadtteilpark entsteht, der im Laufe des Jahres 2017 fertiggestellt wird. Weiter flussabwärts führt der Fuß- und Radweg teilweise direkt am Ufer entlang und der Ufergrünstreifen wird immer schmaler. An mehreren Bänken kann man auch nah am Ufer sitzen. Das Ostufer dagegen wird immer breiter und offener. Hier beginnt der im Jahr 2013 neu gestaltete Ihmepark. An einer weiten Böschung mit einer offenen Rasenfläche stehen viele neu gepflanzte Bäume. Ein Plateau am Ufer ermöglicht einen direkten Zugang zur Ihme und dient gleichzeitig als Anlegestelle für Boote. Daneben steht eine Sitzfläche, auf der man gemütlich am Wasser sitzen kann.

Ab der Benno-Ohnesorg-Brücke sind die beiden Uferbereiche komplett unterschiedlich. Während das Westufer mit dem Ihmezentrum dicht bebaut ist, ist das Ostufer offen mit weiten Wiesen, auf denen nur einzelne Bäume stehen. Die Wiesen vom Ihmepark werden auf der östlichen Seite von einer Baumreihe aus Tulpenbäumen begrenzt. Die Böschung ist mit mehreren großen Terrassen ausgebildet, die zur Ihme hin abfallen. Die Kanten der Terrassenstufen eignen sich von ihrer Höhe gut zum Sitzen. Direkt am Ufer befinden sich auch hier wieder mehrere Plateaus, die einen direkten Zugang zum Wasser ermöglichen und ebenfalls als Bootsanleger fungieren. An den Plateaus kann man auf Sitzskulpturen aus Holz und Beton sitzen. Die gradlinig asphaltierten Fuß- und Radwege haben eckige Kurven und folgen größtenteils dem Flusslauf entlang den Ihmewiesen.

Am östlichen Rand vom Ihmepark liegt der Calenberger Platz. Der Platz wirkt wie ein Stadtbalkon und fungiert als Entree zum Uferpark mit Blick auf die Ihme. Daneben steht die Ida-Ahrenhold Brücke, mit der man das Ihmezentrum am anderen Ufer erreichen kann. Das Ihmezentrum an der westlichen Uferseite ist ein verwinkelter, unübersichtlicher und gigantischer Gebäudekomplex aus den 70er Jahren mit bis zu 20. Stockwerken. Im Ihmezentrum ist es ebenfalls möglich dem Ufer zu folgen. Der Weg schlängelt sich im und am Gebäude balkonartig am Ufer entlang. Von hier hat man einen schönen Ausblick auf den Ihmepark.

Weiter flussabwärts steht die Leinertbrücke, die von Autos und Stadtbahnen befahren wird. Hinter der Brücke breitet sich der Uferpark wieder über beide Seiten der Ihme aus. Das westliche Ufer ist breiter. Es besteht aus einer tief liegenden Freifläche mit Uferwiesen und einem höher gelegenen Bereich mit einem Fußweg und einem Radweg. Daneben ragen die drei warmen Brüder hoch in die Luft. Die drei Schornsteine vom Gaskraftwerk, westlich vom Ihmeufer, sind das Wahrzeichen von Linden.

Auf der östlichen Seite ist der Uferpark zunächst etwas schmaler. Ein Weg führt, zwischen der Ihme und dem Straßenbahnbetriebshof, dem Ufer entlang. Ein kleines Stück weiter flussabwärts wird der Grünbereich aber wieder breiter, mit Uferwiesen auf denen vereinzelt Bäume stehen. Die auch als Fährmannswiese bezeichneten Wiesen sind in den warmen Jahreszeiten bei gutem Wetter sehr beliebt und mit etwas Glück kann man noch ein bisschen Platz finden, um den eigenen Grill aufzubauen.

An der Fährmannswiese ermöglicht die Justus-Garten-Brücke die Querung der Ihme. Die Brücke ist eine wichtige Verknüpfungsschnittstelle der Uferwege der Ihme und Leine. Am Ende der Wiese, hinter der Justus-Garten-Brücke, befindet sich das Leinedreieck, auch als Fährmannseck bekannt. Dort fließen die Ihme und die Leine wieder zusammen. An der Spitze befinden sich ein künstlicher Strand aus Sand und eine Beachbar mit Liegestühlen. Oberhalb der Böschung liegt auf einer Terrasse ein von einer kleinen Mauer eingefasster Platz mit Bänken. Von der Terrasse hat man eine schöne Aussicht über die beiden Flüsse.

Gegenüber, am westlichen Ufer, befindet sich die Faustwiese. Es ist eine große breite Wiese, auf der viele Bäume stehen. Markant sind hier vor allem die hohen Papeln. Die Böschung zur Ihme und Leine ist stark mit Büschen bewachsen. Neben der Wiese liegt ein Spielplatz. Folgt man dem Fluss, der ab dem Leinedreieck Leine heißt, weiter flussabwärts, gelangt man zur Dornröschenbrücke. Die Dornröschenbrücke verbindet beide Ufer mit einem breiten Fuß- und Radweg. Von der Brücke hat man einen schönen Ausblick längs der Leine und Ihme. Im Hintergrund sieht man die Silhouette vom Rathaus und der Neustädter Kirche. An dieser Stelle biegt die Leine in einer sanften Kurve nach Westen ab, so dass die Flussrichtung nicht mehr von Süd nach Nord verläuft, sondern nunmehr von Ost nach West. Linden liegt hier nun auf der südlichen Seite, während die nördliche Seite zur Nordstadt gehört. Auf der südlichen Seite wird der Grünbereich wieder schmaler. Das Ufer ist dicht bewachsen und nicht direkt zugänglich.

Gegenüber auf der nördlichen Seite der Leine ist das Ufer offener. Von den Liegewiesen am Ufer hat man direkten Zugang und Blickbeziehungen zur Leine. Dahinter befindet sich eine Böschung und etwas höher liegt ein weiterer Parkbereich mit Bänken, Fuß- und Radwegen. Der Uferpark ist hier mit vielen einzeln stehenden Bäumen und kleinen Baumgruppen aufgelockert. Dahinter, weiter nördlich, verläuft der Westschnellweg auf einem Damm, unsichtbar hinter dichten Büschen und Bäumen. Unterführungen verbinden den Ufergrünbereich mit der Nordstadt und dem Georgengarten. Ein Stück weiter flussabwärts führt der Weg noch an Kleingärten und am Biergarten „Dornröschen“ vorbei. Hier kann man im Sommer bei einem kühlen Bier schön auf die Leine blicken und den Wassersportlern bei ihrem Treiben zuschauen. Im weiteren Verlauf wird der Uferweg auf einem Deich geführt und nördlich von Kleingärten begleitet.

Auf der Südseite reicht der Stadtteil Linden dicht an den Fluss heran und man kann dem Flusslauf auf einer durchgehend begrünten Uferpromenade bis zur Schwanenburgbrücke folgen. Hinter der Schwanenburgbrücke, liegt am südlichen Ufer der Leine eine größere Wiese, die auch als Ratswiese bezeichnet wird. Die Wiese wird von den Flüssen Leine und Fösse, sowie einem Graben umschlossen. Von Osten, am Leineufer, überquert man den Graben über eine Holzbrücke, unter der hindurch die Mitglieder eines Rudervereins ihre Boote zum Anleger tragen. Von Süden fließt die Fösse zur Leine hin und begrenzt die Ratswiese auf der Südseite. Aus Limmer kommend, kann man die Ratswiese über eine kleine Brücke erreichen. Die Fösse mündet westlich dieser Wiese in die Leine. Über eine lange Holzbrücke überquert man die Mündung der Fösse, um dem Ufer der Leine weiter zu folgen.

Kurz vor dem Wehr Herrenhausen verzweigt sich die Leine. Nach Westen zweigt zunächst der Leineabstiegskanal ab. Der Kanal verbindet die Leine mit dem Zweigkanal Linden. Am Wehr Herrenhausen, im Aufstaubereich des Wehres, ist die Leine breit. Dort befindet sich ein Wasserkraftwerk, die Wasserkunst sowie die Schleuse und Abzweigung zum Ernst-August-Kanal. Die Wasserkunst speiste früher die Fontänen der Herrenhäuser Gärten. Das Wasserkraftwerk erzeugt Strom für etwa 1.800 Haushalte. Zudem gibt es hier auch noch eine Fischaufstiegsanlage, die es Fischen ermöglicht den Bereich des Wehres in beide Richtungen zu passieren. Entlang des Wehres und der Wasserkunst gibt es einen Fußgängerüberweg. Dort kann man sich von der Gewalt des herabstürzenden Wassers fesseln lassen. Jenseits des Wehres teilt sich die Leine in den eigentlichen Flusslauf und in den Ernst-August-Kanal, der etwa parallel zu ihr verläuft. Dahinter beginnt die Mittlere Leineaue.

Die Vegetation am Leine- und Ihmeufer wird von den regelmäßig auftretenden Überflutungen des Flusses bestimmt, so dass es hier starke Umlagerungs-, Ablagerungs- und Abtragungsvorgänge von Bodenmaterial während des Hochwassers gibt. Die Ufer der Leine und Ihme sind deswegen auentypisch von Wiesen und Weidengehölzen geprägt. Dort kann man zum einen Kriechrasen und Flussröhricht sowie Weidengebüsch vorfinden. Markant sind hier Feuchtwiesen, Röhrichte und Hochstaudenfluren. An Gehölzen kann man zudem noch Ulmen, Weiden, Pappeln, Erlen, Hainbuchen, Ahorn und Eichen vorfinden. Zudem wächst am Leine- und Ihmeufer noch das Fluss-Greiskraut. Es wird auch als Fluss-Kreuzkraut bezeichnet und ist eine sehr seltene europäische Stromtalpflanze. Es kommt fast ausschließlich in naturbelassenen Abschnitten größerer Flussauen vor.


Historischer Hintergrund vom Leine- und Ihmeufer

Die Geschichte des Uferparks beginnt mit der Anlegung vom Schnellen Graben. Bereits im Jahr 1449 wurde der Schnelle Graben als „Snellegrave“ erstmals urkundlich erwähnt. Er sollte das Hochwasser der Leine umleiten und die Stadt Hannover vor Überschwemmungen schützen. Außerdem wurde die Ihme mit der Wasserzufuhr aus der Leine zu einem großen und schiffbaren Fluss. Mit dem Bau des Schnellen Graben wurde am Abzweig der Leine ein Wehr angelegt. Das Maschsee-Wehr wurde im Jahr 1745 nach häufigen Beschädigungen in der heutigen Form neu gebaut.

Ebenfalls im 18. Jahrhundert, im Jahr 1722, wurde die Leine auch in Herrenhausen mit einem Wehr aufgestaut. Allerdings aus ganz anderen Gründen. Es ging darum den Großen Garten mit Wasser zu versorgen. Das aufgestaute Wasser der Leine sollte mit der gleichzeitig errichteten Wasserkunst - einem Wasserhebewerk und einem Wasserleitsystem - die große Fontäne und die Wasserspiele im Großen Garten betreiben. Neben der Wasserkunst entstand am Wehr Herrenhausen ebenfalls die Schleuse zum Ernst-August-Kanal. Der Ernst-August-Kanal überbrückt den Höhenunterschied zwischen dem Wehr Herrenhausen und dem anschließenden Flusslauf der Leine. Die im Jahr 1720 fertiggestellte Wasserkunst wurde im Jahr 1864 nochmal erneuert.

Am Leine- und Ihmeufer gab es um das Jahr 1800 Anfangs nur private Gartengrundstücke von wohlhabenden Bürgern. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden dann immer mehr Industrie­betriebe und Arbeiterquartiere. Neben dominanten Großbetrieben wie den Webereien und der Gasanstalt gab es auch eine Vielzahl kleinerer Fabriken. Die Standorte am Flussufer lagen besonders günstig, sei es für den Bezug von Wasser für die Produktion, die Entsorgung von Abwässern oder auch für den Warentransport per Schiff. Da sich die Fabrikanlagen am Ufer zwischen dem Schwarzen Bären und dem Wehr Herrenhausen aneinander reihten, waren die Ihme und Leine um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert stark von Industrie geprägt.

Einzige Ausnahme war, neben dem naturbelassenen südlichen Teil der Ihme, das Leindreieck. Am Zusammenfluss der beiden Flüsse, Leine und Ihme, inmitten der Fabriken, gab es viele Bäume und ein Ausflugslokal mit dem Namen „Justus Garten“. Die aus einem Fachwerkbau und einem Musikpavillon bestehende Schankwirtschaft wurde im Jahr 1868 eröffnet. Mit einer kleinen Seilfähre gab es eine Verbindung vom Justus-Garten zu einer Fährstelle in der Nähe der heutigen Faustwiesen. Ein weiteres Ausflugslokal, weiter flussabwärts an der Leine, war das Dornröschen. Es besteht seit dem Jahr 1875.

Außerdem gab es damals auch eine Fahrgastschifffahrt mit Ausflugsdampfern. Seit dem Jahr 1873 kann man per Schiff die Leine und Ihme entlang fahren. Im 19. Jahrhundert sind zudem noch vier Flussbadeanstalten entstanden. Sie befanden sich in den Ohewiesen, wo heute der Schützenplatz liegt. Sie bestanden bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts.

Über die Ihme und westliche Leine gab es Anfang des 20.Jahrhunderts nur zwei Brücken. Die erste Brücke, war die Ihme-Brücke, die heute Benno-Ohnesorg-Brücke heißt. Sie war bis zum Jahr 1700 aus Holz und wurde im Jahr 1912 durch eine neue Brücke in Stahlbaukonstruktion ersetzt. Die Zweite Brücke war die Spinnereibrücke, die heutige Leinertbrücke, die im Jahr 1890 gebaut wurde.

Nach dem Bau des Mittellandkanals mit dem Zweigkanal Linden entstand im Jahr 1917 der Leinehafen. Der Güterhafen am Nordufer der Leine, zwischen dem Dornröschen und dem Leinedreieck, sollte eine Konkurrenz zum Lindener Hafen sein. Der Hafen bestand aus einer 600 Meter langen Kaimauer mit einem Kran. Außerdem hatte der Hafen einen Gleisanschluss an das Straßenbahnnetz, um Güter vom und zum Hafen zu transportieren. Für den Anschluss an den Zweigkanal Linden wurde der Leineabstiegskanal mit samt einer Schleuse gebaut. Zusätzlich wurde die Leine weiter verbreitert und begradigt. Durch diese Maßnahmen war damit auch die Innenstadt von Hannover, insbesondere das damalige Gaswerk, an den Mittellandkanal angeschlossen.

Aber auch die Ihme wurde Anfang des 20. Jahrhunderts nicht von Baumaßnahmen verschont. Insbesondere in den Jahren 1934-37 wurde sie zur Verminderung der Hochwassergefahr weiter vertieft, verbreitert, begradigt und eingedeicht. Davor hatte die Ihme noch eine weite Schleife nach Osten über das Gelände des heutigen Schützenplatzes. Der Bereich der alten Ihmeschleife wurde damals als Ohewiesen bezeichnet. Durch die Maßnahme verschwanden auch die meisten bis dahin bestehenden Flussbadeanstalten.

Weitere Veränderungen in den 1920er und 1930er Jahren sind der Bau eines Wasserkraftwerkes zur Stromerzeugung am Maschsee-Wehr im Jahr 1922 und der Bau von weiteren Brücken. So wurde 1937 zunächst die Legionsbrücke gebaut und kurz darauf die Stadionbrücke. Im Jahr 1938 wurden außerdem das Gelände am Leindreieck und das Ausflugslokal Justus-Garten Teil vom Straßenbahnbetriebshof „Glocksee“. Das Gebäude vom Ausflugslokal wurde im zweiten Weltkrieg komplett zerstört. Der Fährverkehr lief aber noch bis zum Jahr 1950 weiter.

Bis zum Jahr 1949 gab es die Schwanenburg-Insel. Sie lag im Bereich der heutigen Ratswiese, in Limmer, westlich der Schwanenburgbrücke. Die Insel ist Anfang des 20. Jahrhunderts durch Begradigungen der Leine entstanden. Allerdings versandete der alte Leinebogen im Osten im Laufe der Zeit immer mehr. Im Jahr 1949 schüttete man den versandeten Wasserarm mit dem Schutt aus den Bombenangriffen des zweiten Weltkrieges zu, so dass die Wiese auf der Schwanenburg-Insel zu einer Halbinsel wurde.

Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts wandelte sich die bis dahin stark industriell geprägten Ufer der Ihme und Leine allmählich. Nach dem zweiten Weltkrieg kam es im Laufe der Jahre immer mehr zu einer Öffnung der Uferbereiche für die Allgemeinheit und es entstanden öffentliche Flächen. Durch zähes Verhandeln, Planen und Bauen gelang es öffentliche Wege und Grünflächen entlang vom Leine- und Ihmeufer anzulegen. Ab Ende der 1950er Jahre entstand mit dem Bau des Schnell­straßen­systems in Hannover auf den Flächen des ehemaligen Leinehafens, die parkartige Grünfläche am Bremer Damm. Hier wurde im Jahr 1959 auch die Dornröschenbrücke eingeweiht, die es Fußgängern und Radfahrern mit einem Tunnel unter dem Bremer Damm ermöglichte von Linden in die Nordstadt und zum Georgengarten zu gelangen.

Aber auch weiter südlich entstanden Uferbegleitwege und eine weitere Brücke für Fußgänger und Radfahrer. Im Jahr 1965 wurde die Lodemannbrücke fertiggestellt, die Linden-Süd mit dem Sportpark und dem Maschsee bzw. beide Ufer der Ihme verbindet. Etwa zur gleichen Zeit wurde die frühere Spinnereibrücke abgerissen und neu gebaut. Sie wurde dann noch in Leinertbrücke umbenannt.

In den Jahren 1971-76 entsteht mit dem Ihmezentrum das damals größte innerstädtische Bauprojekt Deutschlands. Das Baugrundstück des Ihmezentrums lag direkt am Westufer der Ihme. Dort befand sich zuvor die Mechanische Weberei, die im Jahr 1961 ihren Betrieb eingestellt hatte. Nachdem die letzten Werksgebäude abgerissen worden waren, begann der Bau des Ihmezentrums. Der riesige Gebäudekomplex beherbergte bei der Fertigstellung etwa 60.000 m² Wohnflächen, zwei Kauf­häuser, 50 Einzelhandels­geschäfte, vier Banken, 11 Gaststätten, eine Bowlingbahn und die Verwaltungsgebäude der Stadtwerke. Zusammen mit dem Ihmezentrum entstand gleichzeitig die Ida-Arenhold-Brücke, die es Fußgängern ermöglicht diesen riesigen Gebäudekomplex auch vom Ostufer der Ihme zu erreichen. Heute stehen die Geschäftsflächen im Ihmezentrum größtenteils leer.

Aber auch die übrigen ehemaligen Industrieanlagen am Ufer der Leine und Ihme verschwanden mit der Zeit endgültig. In den 1980er und 1990er Jahren wurden ehemalige Gewerbegrundstücke saniert und umgewidmet. So entstand im Rahmen der Sanierung die Faustwiese mit einem öffentlichen Spielplatz. Die Justus-Garten-Brücke war bereits im Jahr 1980 fertiggestellt. Sie ist ein wichtiger Verknüpfungsbereich der Leine- und Ihmeuferwege.

Ende der 90er Jahre wurde die Grünanlage zwischen der ehemaligen Hautklinik und der Legionsbrücke neu gestaltet und um einen ehemaligen Gartenteil der früheren Hautklinik erweitert. Dazu wurde auch der letzte bis dahin nicht frei zugängliche Uferbereich für die Allgemeinheit freigegeben, so dass man seitdem einen durchgängigen Uferweg bis zur Benno-Ohnesorg-Brücke hat. Ende der 90er Jahre, im Jahr 1999, wurde zudem noch das Wasserkraftwerk und die Fischaufstiegsanlage am Wehr Herrenhausen in Betrieb genommen.

In den Jahren 2008-2013 wurden weitere Maßnahmen zum Hochwasserschutz an der Ihme durchgeführt. Ziel war es den Abflussquerschnitt zu vergrößern und ausreichend Platz für das Wasser im Uferbereich zu schaffen, um bei Hochwasser den Wasserspiegel stromaufwärts abzusenken. Dazu wurde zunächst die Benno-Ohnesorg-Brücke durch eine 20 Meter längere Brücke ersetzt und dann ein Teil des Ihmeufers zwischen Legionsbrücke und Leinertbrücke tiefer gelegt. Das verseuchte Gelände an der Ihme musste zunächst abgegraben und saniert werden. Der auch als "Calenberger Loch" bezeichnete Uferbereich wurde daraufhin Parkartig gestaltet. Es entstanden durch mehrere große Terrassen unterteilte Wiesenflächen. Zusätzlich wurden in dem neuen Ihmepark Bäume gepflanzt. Für das Jahr 2017 stehen Pläne für eine Neugestaltung des Westufers der Ihme zwischen Benno-Ohnesorg-Brücke und Legionsbrücke vor der Verwirklichung. Ziel ist hier die Realisierung eines neuen Stadtteilparks für Linden-Süd. Zunächst soll der südliche Teil umgestaltet werden. Später sollen noch zwei weitere Bauabschnitte folgen.

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